Die webbasierte Buchungsseite ist über Computer, Tablet oder Smartphone erreichbar. Bookings gleicht freie Zeiten mit den Microsoft-365-Kalendern ab, übernimmt bestätigte Termine in Outlook und kann automatisch einen Teams-Link bereitstellen. So entsteht ein durchgängiger Ablauf von der Buchung bis zum Gespräch.
Bookings eignet sich vor allem für wiederkehrende, zeitlich klar definierte Termine, bei denen vorab keine ausführlichen Mandats- oder Steuerinformationen ausgetauscht werden müssen:
Erstgespräche und Neumandate: mit definierter Dauer, Vorlaufzeit und Fachzuordnung
Jahresabschluss-, Finanzbuchhaltungs- und Lohntermine: mit den zuständigen Mitarbeitenden
Sprechstunden und fristgebundene Rückfragen: für Mandanten, Mitarbeitende und interne Fachthemen
Betriebsprüfungen sowie Beleg- und Prozessbesprechungen: zur organisatorischen Vorbereitung und sicheren Abstimmung
Onboarding neuer Mandanten: zur Erläuterung von Portalen, Freigaben und Kommunikationswegen
Sensible Mandats-, Personal- oder Steuertermine sollten nicht öffentlich buchbar sein, sondern intern oder nur für ausgewählte Personen bereitgestellt werden.
Für jede Terminart sollte die Steuerkanzlei getrennte Rahmenbedingungen definieren:
Terminart und Zuständigkeit: Dauer, Fachbereich und Vertretung festlegen
Zeitliche Steuerung: Verfügbarkeiten, Vorlauf, Puffer und Buchungshorizont definieren
Durchführung und Kommunikation: vor Ort, telefonisch oder per Teams sowie Bestätigungen und Erinnerungen
Sichtbarkeit und Zugriff: öffentliche und interne Angebote trennen und Mitarbeiterinformationen begrenzen
Formularfelder: nur Angaben abfragen, die für Zuordnung und Durchführung erforderlich sind
Externe Buchungen, Suchmaschinenindexierung und sichtbare Mitarbeiterdaten sollten zentral gesteuert und dokumentiert werden.
Die Buchungsseite dient ausschließlich der Terminorganisation. Mandatsunterlagen und ausführliche Sachverhalte gehören in das freigegebene Kanzleiportal oder einen anderen abgesicherten Kanal.
Daten minimieren: Name, Kontakt, Terminart und gegebenenfalls Kanzlei- oder Unternehmenszuordnung genügen meist.
Freitext begrenzen: Keine Steuer-, Gesundheits-, Personal-, Zugangs- oder Dokumentendaten im Formular.
Transparenz schaffen: Datenschutzhinweise, Rechtsgrundlage und sichere Übermittlungswege klar benennen.
Aufbewahrung regeln: Termin- und Kontaktdaten nach festgelegten Fristen prüfen und löschen.
Für Steuerberater ist neben der DSGVO das Berufsgeheimnis zu beachten. Bereits die Mandatsbeziehung kann geschützt sein; deshalb sind Datenzugriffe durch Microsoft, Unterauftragnehmer und Support auf das erforderliche Maß zu begrenzen.
Data Protection Addendum und Zusatzvereinbarung für Berufsgeheimnisträger dokumentieren und aktuell halten.
Rollen und Zugriffsrechte nach dem Minimalprinzip vergeben; Supportfälle ohne unnötige Mandatsangaben bearbeiten.
Unterauftragnehmer, Datenstandorte und mögliche Drittlandbezüge regelmäßig prüfen.
Die Kanzlei sollte zunächst wenige geeignete Terminarten pilotieren und erst nach erfolgreicher Prüfung veröffentlichen:
Planen: Terminarten, Verantwortliche, Vertretungen und Eskalationswege festlegen.
Prüfen: Formular, Datenschutzhinweise, Vertragsgrundlagen und Berechtigungen dokumentieren.
Testen: Buchung, Kalenderzuordnung, Teams-Link, Absage und Vertretungsfall erproben.
Betreiben: Mitarbeitende schulen und Seiten, Pflichtfelder, Zugriffe sowie Löschregeln regelmäßig kontrollieren.
Microsoft Bookings kann die Terminorganisation in Steuerkanzleien spürbar vereinfachen. Der Nutzen entsteht jedoch nicht allein durch die technische Aktivierung, sondern durch klar definierte Terminarten, datensparsame Formulare, kontrollierte Berechtigungen und dokumentierte Verantwortlichkeiten.
Für Berufsgeheimnisträger muss zusätzlich sichergestellt werden, dass Mandatsbeziehungen und vertrauliche Sachverhalte nicht unnötig offengelegt werden. Vertragsgrundlagen, Berufsgeheimnis, Datenflüsse und Zugriffe sind deshalb gemeinsam zu betrachten.
Möchten Sie Microsoft Bookings in Ihrer Steuerkanzlei sicher und strukturiert einsetzen?
Unsere Microsoft-365-Compliance-Lösung unterstützt Steuerkanzleien dabei, Bookings und weitere Microsoft-365-Dienste datenschutzkonform, sicher und nachvollziehbar zu konfigurieren und zu betreiben. Mehr dazu unter:
Datenschutzkonforme Nutzung von Microsoft 365 für Steuerberater
Microsoft Learn: Microsoft Bookings – Übersicht (Buchungsseite, Outlook-Integration, Teams-Besprechungen und freigegebene Bookings)
Microsoft Learn: Buchungsseite anpassen und veröffentlichen (Zugriffssteuerung, Suchmaschinenindexierung, Einwilligung und Verfügbarkeit)